Im Wald von Mire1lle

Schon beim ersten Schritt in den Wald verändert sich etwas in mir. Die Luft ist schwer von Duft – feuchter Boden, Moos, Harz und Blätter, als würde die Natur selbst ihren Atem an meinen Hals legen. Ich lasse mich treiben, langsam, genießerisch. Das Licht fällt in goldenen Fetzen durch das Blätterdach und trifft meine nackten Arme wie flüchtige Küsse.Jeder Windhauch auf meiner Haut fühlt sich plötzlich intensiver an, fast wie eine unsichtbare Hand, die mich streichelt. Ich ziehe meine Jacke aus, lasse die Wärme der Sonne tiefer auf meine Haut dringen. Meine Schritte werden langsamer. Ich höre mein Herz schlagen, tiefer, schwerer.Meine Hand gleitet über die raue Rinde eines Baumes, und der Widerstand unter meinen Fingern erregt mich – auf eine Art, die ich nicht erwartet habe. Es ist, als würde der Wald selbst mich beobachten, mich einladen, mich fordern. Ich spüre ein Kribbeln zwischen meinen Schenkeln, zart, aber fordernd. Mein Körper reagiert auf alles – auf das Rascheln der Blätter, den Duft, die Einsamkeit.Hier draußen, fern von allem, fällt alles von mir ab, was ich sonst zurückhalte. Ich lasse meine Sinne wandern, genieße jeden Moment, jede Berührung – auch die, die ich mir selbst schenke. Der Wald ist still, aber in mir tobt ein leises, hungriges Verlangen. Und ich gebe mich ihm hin – voller Lust, voller Leben, ganz bei mir.

Geschrieben von: Mire1lle

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